SLEEP editorial

Schön einmummeln: der Decken-Check

Von Janina Grimmiger
Lesezeit: ca. 6 Minuten


Schön einmummeln

Etwa ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Bett. Daher ist es natürlich wichtig, den Schlaf- und Liegekomfort individuell und auf seine Bedürfnisse abgestimmt zu gestalten. Die Wahl der Decke ist dabei von entscheidender Bedeutung, da sie neben der Matratze Wärme und Feuchtigkeit reguliert.

Bis zu einem Liter Wasser verschwitzen wir nachts. Die Körpertemperatur im Inneren unseres Körpers verändert sich. Nimmt sie zunächst beim Einschlafen ab, steigt sie in der zweiten Nachthälfte wieder an, so dass wir leichter frieren. Nun brauchen wir also optimale Wärme gepaart mit der für uns richtigen Wahl. Ein kleines einmaleins der Decken haben wir hier für euch zusammengestellt:

Welche Bettdecke macht den Schlaf noch schöner?

Eine gute Decke sollte also dazu führen, dass wir weder schwitzen noch frieren. Sie sollte weder schwer wie Blei sein, noch uns in unserem Bewegungsdrang behindern. Weder zu groß sein, aber auch nicht zu klein. Vor allem sollte eine gute Decke feuchtigkeits- und wärmeisolierend sein. Denn in der Nacht heizt der Körper die Luft um die Decke herum auf. Etwa 32 Grad sind ideal. Eine gute Decke kann diese Temperatur halten. Nachts geben wir bis zu 1000 Milliliter Wasserdampf über die Haut ab, genau diese Feuchtigkeit sollte aufgenommen beziehungsweise an die Raumluft weitergeleitet werden. Ein Nässestau ist nicht nur unangenehm, er kann auch ungesund sein und die Schlaftiefe beeinträchtigen. 

Für eine perfekte Nachtruhe benötigt jeder Schlaftyp also eine andere Decke. Ob es sich dabei um Synthetik oder Naturmaterialien handelt, ist nicht zentral, sondern eher Geschmackssache. 

Die Größe der Bettdecke

Deine  Bettdecke sollte mindestens 50 cm breiter als die Matratze sein. Das variiert natürlich bei besonders zierlichen oder korpulenten Personen. Zudem sollte sie mindestens 30 cm länger als deine Körpergröße sein. 

Die Wärmegrade 

Auf dem Waschzettel der Bettdecke ist immer auch die Wärme Kategorie aufgelistet. Je nach Temperatur im Schlafzimmer, dem individuellen Wärmeempfinden, ob man eher schwitzt oder friert, sollte man den Wärmegrad wählen.

Wärmekategorie 1: für Sommerbetten oder in beheizten Schlafzimmern

Wärmekategorie 2: für die Übergangszeit oder in leicht beheizten Schlafzimmern

Wärmekategorie 3: für Ganzjahresdecken und Übergangstemperaturen, je nach Wärmeempfinden

Wärmekategorie 4: für Winterdecken und in kalten Schlafzimmern

Die Füllung der Bettdecke

Die Auswahl an Füllungen ist riesig: von Federn über Hanf bis hin zu Schurwolle oder Mikrofasern. Grundsätzlich lassen sich Oberbetten in vier Typen einteilen: Federbetten (meist Gänsedaunen), Wolldecken, Seidenbettdecken und Synthetikdecken. Je nachdem, ob man es besonders warm, temperaturregulierend oder antiallergen mag, ist für jeden das passende Füllmaterial dabei. Alle Füllarten gibt es sowohl als Sommerdecke, Winterdecke oder kombinierte 4-Jahreszeiten-Bettdecke.

Feder- und Daunendecke

Daunendecken sind leicht, schön warm und kuschelig - perfekt für Schläfer, die zum Frieren neigen. Wer schnell schwitzt, sollte eher nicht auf Daunen und Federn setzen, diese nehmen Feuchtigkeit auf, leiten sie aber schlechter ab als andere Füllungen.
Für das Inlett werden beispielsweise Gänse- oder Entendaunen verwendet, denn sie isolieren Wärme besonders gut. Viele Winterbettdecken sind mit einer Mischung aus Daunen und normalen Federn bestückt. Das Mixverhältnis kann sich auch auf das Füllgewicht und die Schwere der Decke auswirken. Tipp: Vor dem Kauf darauf achten, dass es sich bei der Federfüllung nicht um Lebend-Rupf handelt. 

Vorteile

  • Kuschelig
  • Warm und leicht
  • Dicke Decken sind perfekt gegen kalte Füße

Nachteile

  • Nicht für bestimmte Allergiker geeignet
  • Zu warm in den Sommermonaten

Wolldecke 

Die beliebten Wolldecken sind das ganze Jahr einsatzbereit. Sie können Luft speichern und somit im Winter wärmen und im Sommer einen kühlenden Effekt haben. Wolle ist hypoallergen. Somit eignen sich Wolldecken auch für Allergiker. Neben Kaschmir, Merinowolle und Schurwolle gibt es auch Kamelhaardecken. Durch das Wollfett, das die Härchen umgibt, haben Wolldecken erst einen Eigengeruch, bevor sie den des Menschen annehmen. Naturhaardecken halten genauso warm wie Daunendecken, sind aber nicht so fluffig. Dafür nehmen sie Feuchtigkeit gut auf und geben diese auch schnell wieder ab.

Vorteile

  • Das ganze Jahr einsatzbereit, da kühlend und wärmend
  • Für bestimmte Allergiker geeignet
  • Naturhaar nimmt viel Feuchtigkeit auf

Nachteile

  • deutlich schwerer als Daunendecken
  • Naturhaare haben  erst einen Eigengeruch

Seidenbettdecke

Seidenbettdecken bestehen aus reiner Seide oder einer Seidenmischung. Sie sind relativ leicht und schmiegen sich perfekt an den Körper an. Damit die glatte Faser nicht hin und her rutscht, sollten Seidenbettdecken gesteppt sein. Zum Einsatz kommt Wild- oder Maulbeerseide (aus Raupenzucht). Seide besteht zum größten Teil aus Eiweiß. Die Fasern sind glänzend und fest, sie isolieren Wärme sehr gut und können Wasser aufnehmen. Unangenehme Schweißränder auf dem Bezug lassen sich (bei waschbaren Modellen) im Schonwaschgang entfernen. Da das Gewebe recht empfindlich ist, bitte den Trockner meiden. Damit die Bettdecke ihre Leichtigkeit und die luxuriöse Haptik beibehält, sollte der Bezugsstoff ähnliche Eigenschaften besitzen.

Vorteile

  • Atmungsaktiv
  • Waschbar, für Allergiker geeignet
  • Leicht, perfekt für warme Tage

Nachteile

  • Teurer in der Anschaffung 

Synthetikdecke

Synthetische Fasern können z.B. aus Microfaser oder Hohlfaser gefertigt werden und bieten auch Allergikern einen hohen Schlafkomfort. Je nach Gewebestärke und Zusammensetzung können Synthetik Bettdecken besonders leicht und auch dünn sein, ohne dass die Wärmeeigenschaften verloren gehen. Die atmungsaktiven Materialien sind relativ günstig im Preis. Plus: Sie sind in der Maschine waschbar und meist trocknergeeignet.

Vorteile

  • Auch atmungsaktiv
  • Waschbar und pflegeleicht
  • Für Allergiker geeignet

Nachteile

  • Nimmt wenig Feuchtigkeit auf
  • Polyester wird aus Erdöl hergestellt

Sommer- und Winterbettdecken?

Damit der Schlaf erholsam ist, ist die empfundene Temperatur wichtig. Ist es zu heiß, können wir nicht einschlafen oder man wacht schweißgebadet auf. Wer nachts im Bett vor Kälte bibbert, hat genauso Schlafprobleme oder fühlt sich morgens sogar krank. Daher macht es Sinn, bei starken Temperaturschwankungen die richtige Bettdecke zu wählen für ein angenehmes Schlafklima.
Menschen, die einen hohen Wärmebedarf haben, profitieren von einem Winterbett auch im Frühjahr und Herbst. Wer zum Schwitzen tendiert oder mit viel Eigenwärme schläft, ist oft mit einer Sommerbettdecke besser bedient. Tipp: 4-Jahreszeiten-Betten sind häufig zwei aneinander geknüpfte Decken, die das ganze Jahr zum Einsatz kommen können.

Sommerbettdecke

An Sommertagen ist es nachts häufig noch sehr warm. Darauf ist die leichte, eher dünne, luftige und atmungsaktive Sommerbettdecke angepasst, die kaum Wärme speichert. Man soll das angenehme Gefühl haben, zugedeckt zu sein. Der Körper wird aber trotzdem vor Auskühlung geschützt, ohne zu überhitzen. Je nach Vorliebe kann die Bettdecke aus synthetischen Fasern oder Naturmaterialien gefertigt sein. Pflanzliche Fasern wie Baumwolle sind beispielsweise etwas schwerer als Synthetikmodelle, allerdings hautsympathischer und können auch Feuchtigkeit absorbieren (20% bei Baumwolle), daher lohnt sich ein Materialvergleich. Leinen und Korken haben den Vorteil, besonders kühlend zu wirken. Materialien tierischen Ursprungs sind im Sommer meist zu warm. Ausnahmen: Seide und Kamelhaar.

Tipp: Vegane Füllmaterialien sind meist für Waschmaschine und Trockner geeignet – und Dank der geringen Füllmenge passt eine Sommerbettdecke ohne Probleme in die Waschmaschine.

Winterbettdecken

Winterbettdecken sind prall gefüllt (damit keine Wärme verloren geht) und sollen den Körper im Schlaf wärmen. Hier sind natürliche Materialien zu empfehlen, da diese besser Feuchtigkeit aufnehmen können als Synthetikfasern. Synthetische Winterdecken sind trotz des Volumens relativ leicht. Minderwertige Modelle wärmen nur mäßig und sind kaum in der Lage, den während des Schlafs abgegebenen Schweiß aufzusaugen. Gute Winterbettdecken aus Synthetik sind im Inneren mit Mikrofasern oder Hohlfasern ausgestattet, diese sind angenehm auf der Haut und gute Wärmespeicher. 

Winterbaumwollbettdecken haben ein recht hohes Eigengewicht. Sie können Feuchtigkeit aufnehmen, geben diese aber nur schlecht an die Umgebung ab. Die Fasern haben einen mäßigen Wärmespeicher. Dafür sind sie ebenfalls günstig in der Anschaffung und auch waschbar. 

Viele Winterbettdecken bestehen aus Federn, Kamelflaum- oder beispielsweise Alpakawolle. Nicht jede Wolle lässt sich in der Maschine waschen. Daher nur bedingt für Allergiker geeignet. 

Winterbettdecken besitzen relativ viel Füllmaterial, daher sollte auf eine ausreichende Längs- und Quersteppung geachtet werden, damit nichts verrutscht.
Tipp: Im Sommer in einem Vakuum-Beutel aufbewahren, da die Decke zusammengefaltet immer noch viel Volumen hat.

Unterbetten

Unterbetten werden zwischen Matratze und Bettlaken gelegt. Dünnere Unterbetten werden auch Matratzenauflagen genannt. Sie sollen eine wärmende und feuchtigkeitsregulierende Funktion haben. Das Unterbett kann aus natürlichen oder synthetischen Fasern bestehen und kann das ganze Jahr eingesetzt werden. Sommerunterbetten besitzen eine leichte Füllung aus Hohl- oder Mikrofasern. Baumwollgewebe eignen sich nur bedingt, da sie trotz ihrer Atmungsaktivität Schweiß lange speichern. In den kalten Monaten soll das Winterunterbett gut wärmen. Häufig kommen Naturmaterialien wie Schafswolle zum Einsatz, dieses ist selbstreinigend und atmungsaktiv. Es gibt auch Wendeauflagen mit Sommer- und Winterseite.

Was sammelt sich im Bettzeug?

  • Schweiß: Pro Nacht verliert der Körper bis zu 1000 ml Feuchtigkeit. 
  • Haare: Sie liegen auf der Oberfläche von Kopfkissen und Spannbetttüchern. 
  • Hausstaubmilben: Die winzigen Milben ernähren sich von Hautschuppen. Ihr Kot löst bei vielen Menschen eine Allergie aus.
  • Bakterien und Schimmelpilze: Die Mikroorganismen vermehren sich im Innenleben von Kissen und Bettdecken. Langfristig können sie das Immunsystem schwächen.

Frischegefühl der Bettwaren verlängern

Auslüften: Nach dem Aufstehen Kissen und Bettdecke aufschlagen und trocknen lassen. Wer viel schwitzt, sollte die Laken über einem Wäscheständer lüften.

Schütteln: Die Decke täglich kurz schütteln, damit sie schön bauschig bleibt. So geht auch eingelagerte Feuchtigkeit schneller raus.

Bettwäsche wechseln: Mindestens alle zwei Wochen Bettbezüge in der Waschmaschine waschen, besser jedoch wöchentlich. Dekokissen und Überdecken einmal im Monat wechseln.

Abbürsten: Oberflächlichen Schmutz sofort abbürsten.

Etiketten nicht abschneiden: So weiß man immer, wie die Textilien zu pflegen sind.

Kann man Kissen und Bettdecken waschen?

Damit Decken und Kopfkissen lange schön bleiben, sollten sie etwa alle 6 Monate gereinigt werden, wenn es die Fasern zulassen. Modelle aus Seide oder Tierhaar brauchen häufig weniger Pflege, die natürlichen Fasern verfügen über einen Selbstreinigungseffekt. 

Kopfkissen passen meist problemlos in die Trommel, am besten einzeln und mit dem richtigen Waschmittel waschen. Auch viele Bettdecken passen in Haushaltswaschmaschinen, ansonsten müsstest du ein Waschcenter oder eine Spezialreinigung besuchen. Auf jeden Fall eine lohnende Investition. Flecken kannst du mit Kern- oder Gallseife vorbehandeln. 

Hohe Temperaturen sorgen für Sauberkeit, doch der Waschzettel gibt vor, wie viel Hitze das Material verträgt. Achte auch bei den Bettdecken auf ein angemessenes, mildes Fein-, Woll- oder Daunenwaschmittel. Bitte auf Wäschezusätze wie Duft oder Weichspüler verzichten, da diese die Füllung häufig klumpen lassen und schädlich für die Umwelt sind.

Viele Waschmaschinen verfügen über ein individuelles Programm für Bettwaren oder Kopfkissen. Ansonsten einen schonenden Waschgang wählen wie: Feinwäsche (Daunen) oder Wollwäsche. Viele Fasern und Materialien sind trocknergeeignet, dafür bitte ebenfalls das Wäscheetikett beachten. Tipp: Ein bis drei Tennisbälle oder spezielle Trocknerbälle im Trockner klopfen das Bettzeug gut durch und erhöhen die Bauschkraft der Fasern und Daunen. 

Gewichtsdecke

Schon mal was von Drucktherapie gehört? Gewichtsdecken enthalten z.B. Granulate, Perlen oder Getreide, die sie deutlich schwerer machen als herkömmliche Bettdecken, etwa 8-10% des Körpergewichtes. Es muss sich angenehm schwer anfühlen. Das Gewicht in der Decke wird gleichmäßig auf dem Körper verteilt, dieser sanfte, aber tiefe Druck fühlt sich wie eine Umarmung an und wirkt auf viele Menschen beruhigend. Man geht davon aus, dass Therapiedecken das sympathische Nervensystem beruhigen, den Stresshormonspielgel senken und die Produktion von Glückshormonen und Schlafhormonen ankurbeln. Man fühlt sich glücklicher, entspannter, weniger gestresst und nicht mehr ängstlich. Neben einer Verbesserung der Schlafqualität kann die Gewichtsdecke sogar bei Angstzuständen oder Panikattacken helfen. Damit jetzt niemand denkt, dass man darunter schwitzt, gibt es für die eher wärmere Bettdecke kühlende Überzüge.

Vorteile

  • Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit 
  • Die Temperatur kann durch Bezüge reguliert werden
  • Kann die Ausschüttung von Serotonin ankurbeln
  • Längere Tiefschlafphasen möglich
  • Kann bei ADHS oder Schmerzen helfen

Nachteile

  • Kann sich für zierliche Personen bedrückend anfühlen
  • Allergiker sollten Modelle, die man mit hohen Temperaturen waschen kann, wählen
  •  Teilweise müssen Bezüge extra bestellt werden
  • Menschen mit Atemwegs- oder Gelenkbeschwerden sowie kleine Kinder sollten die schweren Decken nicht verwenden

Beauty & Health, Food & Kitchen, Well-being Experte

Janina Grimmiger

Seit vielen Jahren arbeitet Janina als freie Beauty- und Lifestyle-Redakteurin für deutsche Magazine. Wir freuen uns ganz besonders, dass sie mit uns eintaucht in die Welt all der Dinge, die uns gut tun, uns in Balance bringen - und Freude schenken.