SLEEP editorial

Schlaflos in der digitalen Welt

Von Greta Wagner
Lesezeit: ca. 5 Minuten


Wir liegen immer häufiger im Bett und können im wahrsten Sinne des Wortes nicht abschalten. Wir entspannen nicht. Wir pushen uns. Egal ob es Impulse sind, die uns aus unseren Kommunikations- oder Social-Media-Kanälen erreichen, oder ob es die spannende Serie in der mobilen Flimmerkiste ist. Dieses Verhalten hat Auswirkungen auf den Schlaf und die Gesundheit. Der Einfluss von digitalen Medien ist ein rasant wachsendes Problem. Das sollten wir ernst nehmen.

Auswirkungen auf den Körper

In unserer digitalisierten Welt verbringen wir viel Zeit mit diversen Medien. Ob am Computer, Handy oder Tablet, die Bildschirme sind ein ständiger Begleiter und aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. Doch nicht nur Erwachsene, sondern auch immer mehr Kinder und Jugendliche wachen durch die Nutzung von digitalen Geräten in der Nacht auf oder haben Probleme einzuschlafen. Eine norwegische Studie zeigt, dass bereits eine Internetnutzung von zwei Stunden das Risiko verdreifacht, dass in dem Fall Jugendliche weniger als fünf Stunden schlafen. Bei einem üblichen Schlafbedarf von eigentlich 8 bis 9 Stunden.

Die abendliche Medien-Nutzung regt unseren Geist unnötig an, hält uns davon ab, uns in unseren natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus einzustimmen, aber auch rein physikalisch ist sie ein echtes Problem. Bildschirme, die mit LED-Technik ausgestattet sind, senden Blaulicht aus, wie es im Sonnenlicht enthalten ist und gaukeln unserem Gehirn Helligkeit und somit Tag vor. Die Bildung von unserem Schlafhormon Melatonin kann dadurch reduziert oder hinausgezögert werden. Die Folge? Wir werden später müde und schlafen schlechter ein. Infolgedessen leiden Betroffene unter Schlafstörungen und fühlen sich tagsüber häufig müde. Aber das ist längst nicht alles. Unser Schlafhormon fördert dazu noch die Ausschüttung des Wachstumshormons, stärkt das Immunsystem, hemmt das Tumorwachstum und macht zellschädigende Sauerstoffradikale unschädlich. Nicht umsonst hat Melatonin den Spitznamen Jungbrunnen und wird als Wundermittel gegen Alterung und Alterserkrankungen bezeichnet. Schön blöd, wenn wir auf diese Superpower unseres Körpers verzichten.

Auswirkungen auf die Psyche

Der Umgang mit digitalen Medien hat bereits jetzt schon massive Auswirkungen auf unsere Psyche. Durch die stetige Verfügbarkeit von sozialen Netzwerken, E-Mails und anderen Online-Aktivitäten, sind wir heutzutage immer erreichbar, was sehr belastend sein kann. Das ständige Vergleichen von schöner, reicher, besser, tut sein Übriges. Die Nutzung von Medien am Abend stellt den Körper, wie wir gelernt haben, allerdings vor zusätzliche Herausforderungen und stört den Schlaf. Der gesunde Menschenverstand sagt doch spätestens hier: Stop. Abgesehen von den Auswirkungen von Schlafstörungen auf Körper und Gesundheit, werden depressive Störungen häufiger von Viel- als von Wenig-Nutzern digitaler Medien berichtet. Und die Auswirkungen von zu wenig Schlaf auf unsere kognitive Leistungsfähigkeit ist ebenso beeindruckend.

So verbesserst du deinen Schlaf

Digital-Detox ist ein Schlüsselfaktor, um deinen Schlaf zu verbessern. Trenne dich am Abend, mindestens eine Stunde bevor du ins Bett gehst, von deinen elektronischen Geräten und entspanne. Wenn das gar nicht möglich ist, dann setze dir das Ziel, zumindest im Bett nicht mehr auf das Handy zu schauen und keine alternativen Medien zu nutzen. Du könntest von da aus jeden Tag die Mediennutzung 5 Minuten früher beenden. Nach 21 Tagen hat sich die neue Gewohnheit in deinem Gehirn garantiert ihren Platz geschaffen. Stattdessen kannst du ein Buch lesen (bitte mit LED freiem Licht was nicht von der Decke kommt), entspannende Musik hören oder vielleicht einem Podcast folgen. Meditation jeder Art wäre natürlich ein besonders schönes Geschenk an dich und deinen Körper - aber jeder, wie er mag und wie er kann. Am Ende des Tages ist es wichtig, die richtige Balance zu finden, wenn es um die Verwendung von digitalen Medien und Schlafqualität geht. Denke daran, dass guter Schlaf eine Investition in deine Gesundheit, aber auch in dein Wohlbefinden ist.

Die größte Verlockung ist das Handy, wenn es neben uns auf dem Nachttisch liegt. Doch noch einmal schnell gucken? Ach, jetzt bin ich doch schon wach, dann kann ich kurz noch mal....! Da die meisten von uns das Handy auch gleichzeitig als Wecker verwenden, vermeidest diese Situationen, in dem du das Handy gegen einen Wecker tauschst. So kannst du das Handy außerhalb des Schlafzimmers laden lassen und wirst dennoch pünktlich geweckt.

Experte

Greta Wagner

Greta arbeitet als freie Redakteurin und Trendscout für uns. Begeistert von medizinsichen und gesundheitsrelevanten Themen, erklärt sie uns liebevoll komplexe Zusammenhänge und dabei immer am Zahn der Zeit. Health, Beauty und Lifestyle sind Gretas Steckenpferde. Wenn sie nicht gerade mit Kind und Hund im dänischen Strandhaus abhängt und für ordentlich Balance sorgt, versorgt sie uns mit jeder Menge News, Trends und Tipps.