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Travel editorial

Die zehn besten Partnerschafts-Hacks für den Urlaub

Von Anna Siegener
Lesezeit: ca. 5 Minuten


Hurra, bald ist Urlaub. Oh, das ist so toll. Aber auch ein bisschen gefährlich! Denn es ist eine Tatsache: Die meisten Trennungen oder Scheidungen werden nach Weihnachten ausgesprochen – und nach den Ferien. Dazu gibt es diverse Untersuchungen, die alle besagen: weil hier hohe Erwartungen und dünne Nerven aufeinandertreffen. Meist hat man ja den Urlaub bitter nötig und er soll die schönste Zeit des Jahres werden. Dabei sind schon Vorbereitung, Anreise und Akklimatisation zusätzlicher Stress und überhaupt keine Erholung. Guter Nährboden für Enttäuschung und Streit, wir kennen das alle.

Hinzu kommt: Oft krachen Paare, die sonst durch den Alltag von ihren Problemen abgelenkt sind, auf einmal ungebremst aufeinander. Weil erst jetzt richtig Zeit ist für ungelöste Konflikte, die mit im Koffer lagen. Insofern ist es schlau, sich vorab ein bisschen Zeit zu nehmen und ein paar Dinge zu klären, mit sich selbst und mit dem Partner. Genauso wie man sich die Zeit genommen hat, Ziel, Unterkunft und Anreise auszuarbeiten sollte man sich nämlich auch mit den anderen wichtigen Zutaten für eine gute erholsame Reise beschäftigen: dem oder den Reisegefährten, den eigenen Vorstellungen und der Erschöpfung, mit der man meistens losfährt. Um dann herauszufinden, wo sich Fallgruben verstecken, in die man unterwegs reinpurzeln könnte und die man besser vorab zugeschüttet hätte.

Wir haben hier deshalb eine Reise-Checkliste der besonderen Art zusammengestellt: ein paar wirklich hilfreiche Psycho-Hacks, mit denen man sein emotionale Gepäck schon vor Reiseantritt erleichtern kann.

Gut und rechtzeitig planen

Flugtickets und Unterkunft haben die meisten schon früh gebucht, aber was ist mit allen anderen Dingen, die für die Auszeit (weg-)organisiert werden müssen? Wer gießt die Pflanzen, füttert die Katze, leert den Briefkasten? Und was ist im Job? Wenn man erst am Tag vor Abreise alle Aufgaben an den übergibt, der gerade im Büro anwesend ist, erhöhen sich der Zeitdruck und der Stress. Besser ist, das alles schon Wochen (nicht nur Tage!) vorher zu klären. Und statt hektisch eine Übergabeliste an die Kollegin zu schreiben, lieber langfristig immer mal wieder notieren, was anfallen könnte. Schlau, oder?

Und: in den Tagen vor dem Urlaub die Anzahl der Termine reduzieren! Da kann gut schon die Urlaubsvertretung einsteigen, sie muss es ja auch weiterführen. Und Überstunden, um schnell noch was fertig zu machen, sind ein No-no. Was das alles mit der Partnerschaft zu tun hat? Na, dass wir so in einem guten Zustand in den Urlaub fahren – und nicht komplett auf der Felge. Denn wer entspannt ist, streitet weniger.

Ins Gespräch gehen

Natürlich plant man das Urlaubsziel gemeinsam und muss sich vorab einigen. Dazu sind manchmal Kompromisse nötig, die fair verlaufen sollten. Wenn es Differenzen über „Berge oder Meer“ oder „Rundtrip oder Beach“ gibt, die sich gar nicht verbinden lassen, ist es eine gute Idee, gleich den nächsten Urlaub mitzuplanen: „Okay, Kroatien, aber nächstes Jahr dann Norwegen.“ So lässt sich verhindern, dass ein Partner schon mit dem Gefühl startet, dass er zu kurz gekommen ist.

Aber selbst wenn beide sich auf Italien einigen können, ist damit noch nicht klar, wie der Urlaub laufen soll. Aktiv oder faul, Essen gehen oder selber kochen, kontaktfreudig oder eher intim, das sind nur ein paar der Fragen. Auch wichtig: Wieviel Alleinzeit und wieviel Nähe wünscht sich jeder?

Am letzten Punkt lässt sich gut erkennen, dass man diese Themen nicht mit Planung und Organisation bearbeiten kann. Sondern mit ein paar einfachen Fragen: Wie geht es dir? Was wünschst du dir? Was befürchtest du? Wenn dann herauskommt, dass einer so erschöpft ist, dass er am liebsten zwei Tage nur schlafen möchte, ist es fast schon logisch, sich zu überlegen, dass ein Frühstück allein oder morgens die Kinder zu nehmen vielleicht sinnvoll sein kann. Und wenn es einem ebenso geht: Wie bekommen wir es hin, dass wir beide morgens mal ausschlafen können? Vielleicht zusammen, vielleicht abwechselnd. Gut ist auch, die Probleme aus vorherigen Urlauben ohne Schuldzuweisungen anzusprechen: „Wir haben ja oft diesen Zoff beim Kartenlesen, fällt uns da was ein, wie wir das vermeiden können?“

Wir behaupten jetzt mal ganz frech: Wer ein solches Gespräch offen und aufmerksam führt, wird mit sehr sehr großer Wahrscheinlichkeit einen schönen partnerschaftlichen Urlaub haben.

Schrittweisen Übergang fördern

Wie gesagt: Häufig ist es so, dass wir vor dem Urlaub das Gefühl haben, noch alles für uns Wichtige erledigen zu wollen (Wohnung putzen, Rasen mähen, sich von den Freunden verabschieden). Dieser Stress kann sogar so weit führen, dass wir zu Beginn des Urlaubs krank werden. Das passiert nämlich recht häufig, wenn es einen zu großen Sprung zwischen vollgepackten Arbeitstagen und komplettem Nichtstun gibt. Der Körper fährt das Immunsystem runter, zack, die Viren schlagen zu. Das vermasselt dann den Urlaub für alle!

Deshalb ist es wichtig, hier einen langsamen Übergang zu fördern. Also einerseits zuvor bereits einen Gang runterzuschalten, Aufgaben zu delegieren, die Wohnung nicht perfekt aufgeräumt zu hinterlassen. Und andererseits die ersten Urlaubstage nicht komplett auf der Sonnenliege zu verbringen, sondern durchaus einige Anreize oder Unternehmungen zu setzen. Beste Idee von allen: schon vor der Abreise ein, zwei Urlaubstage zu Hause einlegen und gemütlich packen und den Kühlschrank leer futtern und – runterkommen. Idealerweise macht der Partner es ebenso, dann ist Zeit für gemeinsame Vorfreude, siehe nächster Punkt, und, allerspätestens jetzt, über die Vorstellungen zu sprechen, die man hat (siehe voriger Punkt ).

Vorfreude triggern

Der Trick dabei: Wenn wir bereits in positiver Stimmung in den Urlaub starten, ist auch unsere Stressresistenz größer. Die Reise zu planen, mögliche Sehenswürdigkeiten zu entdecken, im Internet oder im Reiseführer Infos sammeln, Tipps von Freunden einholen, die schon mal am gleichen Ort waren… Damit kann man gleich nach Buchung starten und den Partner einbeziehen: „Guck mal, Verena hat uns dieses tolle Lokal am Hafen empfohlen. Ich stell’ mir schon vor, wie wir da Scampi futtern…“

Ansprüche nicht zu hoch schrauben & flexibel sein

Also nicht zu erwarten, dass alles perfekt sein wird. Wissen wir ja eigentlich: Perfekt gibt’s gar nicht. Das ist auch gar nicht schlimm: „Fast alles schön“ reicht uns doch. Wichtig ist, worauf wir unseren Fokus setzen und da haben wir die Wahl: Regen wir uns darüber auf, dass das Frühstücksbüffet nur so lala ist? Oder genießen wir dann eben das Ausschlafen und trinken den Kaffee in dem netten Bistro um die Ecke? Unsere besten Tools dafür sind: Spontanität, Kreativität und eine Prise Humor. Die Forschung zeigt, dass Konzentration auf die positiven Möglichkeiten zu einer sogenannten „Aufwärtsspirale“ der Gefühle führt. Und das Allerbeste: Diese Haltung macht Partner zu Verbündeten. „Ha, sind wir schlau! Die anderen sitzen jetzt in dem muffigen Frühstücksraum.“ Und wir hier gemeinsam in der Sonne!

Und jetzt noch ein paar kurze Tipps, die während des Urlaubs helfen können:

  • Stress reduzieren: also Diensthandy zu Hause oder im Koffer lassen, Mails nicht oder nur zu bestimmten Zeiten abrufen, Kinderbetreuung oder Vollpension nutzen, wenn es dadurch entspannter wird.
  • Kompromisse eingehen: Wenn einer der beiden Lust auf einen Bummel alleine hat, Tauchen lernen oder die Zeit zum Lesen nutzen möchte, ist das okay. Wichtig ist, dass das für beide gilt und am Ende beide auf ihre Kosten kommen. Falls ein Ungleichgewicht droht, kann man sich ja (bitte rechtzeitig!) melden.
  • Keine Grundsatzdiskussionen über die Beziehung führen: Im Hotelzimmer, Zelt oder Ferienappartement gibt es wenig Raum für Rückzug, am Ende droht Dauerstreit. „Lass uns bitte dieses Thema besprechen, wenn wir wieder zu Hause sind“, lautet deshalb der rettende Zaubersatz.
  • Dankbar sein: Vielleicht ist im Urlaub ja Zeit für ein Dankbarkeits-Journal, aber auf jeden Fall dafür, dem Partner zu sagen, dass es toll war, wie er heute dafür gesorgt hat, dass endlich die harte Matratze ausgetauscht wird. Danke, Liebling!
  • Körperkontakt: Baut Stress ab und Nähe auf. Am besten startet man gleich mit einer bewussten Umarmung in den Tag. Auch gut: Kuscheln mit und ohne Kinder, Fußmassagen oder – Sex. Und jetzt noch der ultimative Rat zum Schluss:
  • Miniurlaube übers Jahr hinweg machen: Denn erstens nimmt das den Erfolgsdruck vom großen grandiosen Sommerurlaub. Und zweitens lässt es sich so auch nach und nach lernen, gut miteinander zu verreisen: mit dem Menschen, mit dem wir am liebsten zusammen sind, mit dem wir verpasste Flüge, verdorbenes Essen, Quallenstiche und verlorene Kinder erlebt haben. Echte Abenteuer. Ach, und es war so schön!

Experte

Anna Siegener

Anna ist seit vielen Jahren als Autorin im Universum der anspruchsvollen Frauenzeitschriften unterwegs. Sie beschäftigt sich am liebsten mit allem, was unser Leben schöner und leichter macht, in Beruf und Familie, Körper und Seele, Lieben und Leben. Ihr Credo: Gute neue Gedanken und Ideen muss man großzügig weitergeben, damit sie wachsen und wirken können.